Machbarkeitsstudie für erneuerbare Energien

Die Fraktionen CDU, FDP und BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN haben gemeinsam beantragt, bezugnehmend auf den gemeinsamen Grundsatzbeschluss (Antrag vom 06.12.2010) für mehr Energieeinsparung, Energieeffizienz und mehr erneuerbare Energien in der Kreisstadt Saarlouis, die Aufnahme des o. a. Punktes Machbarkeitsstudie für erneuerbare Energien auf die Tagesordnung des nächsten HF und des nächsten Stadtrates setzen zu lassen

 Beschlussvorschlag:

 Die Verwaltung wird beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für erneuerbare Energien erstellen zu lassen. Dazu soll die Nutzung von erneuerbaren Energien auf den bestehenden Dachflächen von Gebäuden der Kreisstadt Saarlouis geprüft werden. Dies soll mit und durch die  „Arge Technisches Büro Michael Herrmann/eVERA systems/e-mobi“, wie folgt durchgeführt werden:

  

1. Analyse der Dachflächen:

1.1. Auswertung der stadteigenen Dachflächen; mögliche weitere Nutzung auf den Grundstücken mit anderen Nutzungskonzepten wie z. B. Standort für E-Mobilität, Solar-Carports etc.

 1.2. Alternativnutzung der Dachflächen (z. B.: Solarthermie, Kleinwindanlage, etc).

2. Wirtschaftlichkeit:

 2.1. Erfassung relevanter Dachflächen mit  Möglichkeiten des Eigenverbrauchs, Ausnutzung der Fläche, Ausrichtung, Zustand des Daches, Belag des Daches mit Besonderheiten wie

z. B. Denkmalschutz, besondere Eindeckung wie Schiefer oder Schadstoffe, Statik,

Erfassung der Elektroinstallation (Verbrauch).

 3. Betreiberszenarien und Finanzierungskonzepte:

 3.1.Planung von Anlagen mittels Investoren, die die Finanzierung und das Betreiben solcher Anlage übernehmen, Ermittlung von Pachteinkünften

 3.2. „Bürgerbeteiligung“

durch Anteilfonds der Einwohner der Kommune mit erzielten Ergebnissen in Form von Ausschüttungen

 3.3. Modell eines Übergangs, 

der zu Beginn durch den Investor finanzierten und betriebenen Anlage, in die Hände der Kommune

 3.4. Abbildung der finanziellen und personellen Aufwendungen

mit einer Gegenüberstellung der Risikofaktoren, Werbeanforderungen und Image-Effekt.

 

4. Zeitrahmen und Durchführung:

 4.1. Dauer der Studie

 4.2. Zeitrahmen für Erarbeitung und Genehmigung der Finanzkonzepte

 4.3. etwaige andere Genehmigungsverfahren

 4.4. Sanierungsarbeiten im Vorfeld der Installation auf den Dachflächen

 Begründung:

Mit Erneuerbaren Energien kann die Stadt aber auch jeder Bürger Kraftwerksbetreiber werden. Ohne die Förderung der Erneuerbaren Energien wäre das nicht möglich. Der gesetzliche Rahmen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz macht hierbei Investitionen leichter.

Mit Solaranlagen, Holzpelletheizungen oder Wärme­pumpen werden die städtischen Gebäude zu Strom- und Wärmeerzeugern. Bürgerwindparks oder Bürgersolaranlagen erlauben es beispielsweise, auch niedrige Beträge anzulegen. Der Wandel von einer zentralen Energieversorgung in Großkraftwerken hin zu kleinräumig verteilten Anlagen, die Strom, Wärme und Mobilität gleichzeitig produzieren, kann ein Leitbild einer künftigen Energiestrategie sein.

Herstellung, Planung, Installation und Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen schaffen Arbeit. Während in anderen Wirtschaftszweigen in den vergangenen Jahren viele Stellen abgebaut worden sind, hat sich die Zahl der Arbeitsplätze bei den Erneuerbaren Energien seit dem Jahr 2000 etwa vervierfacht. Im Jahr 2011 waren rund 382.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Auch für die Zukunft ist die Branche zuversichtlich: Bis zum Jahr 2020 soll sie nach Angaben des Bundesverbands Erneuerbare Energie insgesamt 500.000 Menschen beschäftigen. Mit jedem Arbeitsplatz in der Branche wird die Kaufkraft gestärkt die ganze Volkswirtschaft profitiert davon. Kleine Handwerksbetriebe und mittelständische Unter­nehmen aus der Region sorgen für Errichtung, Betrieb und Wartung der Anlagen. Kommunen erhalten Einnahmen aus Ein­kommens- und Gewer­be­­­steuern und über die Verpachtung von gemeindeeigenem Grund und Boden. Durch die Re-Investition dieser Einnahmen in Bildung, Kultur und in die Infra­struktur vor Ort kommen diese Gelder allen Bürgern zugute.

 Erneuerbare Energien sind bei uns sehr beliebt: Einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest zufolge, halten 94 Prozent der Bundesbürger den verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien mindestens für „wichtig“ oder sogar für „sehr bzw. außerordentlich wichtig“. Eine sichere Zukunft für kommende Generationen gehört zu den in der Umfrage am häufigsten genannten Vorteilen der Energiewende. Mehr als 80 Prozent der Befragten sehen sie durch den Umstieg auf Erneuerbare Energien gewährleistet. Dicht gefolgt vom Klimaschutz, den 79 Prozent der Befragten mit Wind, Solar und Co. verbinden. Aber auch die Chance, sich an der Energieversorgung zu beteiligen (66 Prozent) und die Unabhängigkeit von Energieimporten (65 Prozent) sind der Umfrage zufolge wichtige Beweggründe dafür, dass die Mehrzahl der Bürger bereit ist, den Umstieg auf Erneuerbare Energien zu unterstützen.

Weitere Informationen in der entsprechenden Sitzung.

für die Koalitionsfraktionen im Stadtrat Saarlouis

 

          (Philipp Julien)  

 stv. Fraktionsvorsitzender

BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN     

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