Lisdorfer Berg

Lisdorfer Berg
Keine Erweiterung auf den Westteil Lisdorfer Berg!

Nachdem die östliche Seite des Industrie- und Gewerbegebietes „Lisdorfer Berg“ mit der Ansiedlung des Küchenherstellers Nobilia weitgehend ausgeschöpft ist, plant die Landesregierung zusammen mit der Kreisstadt Saarlouis die weitere Erschließung des Lisdorfer Berges. Diesem Vorhaben treten wir als engagierte Bürgerinnen und Bürger entgegen.

Die Kreisstadt Saarlouis ist heute bereits umgeben mit einer Vielzahl industrieller Anlagen. Diese Betriebe sichern eine Vielzahl von Arbeitsplätzen in unserer Region. Das ist von großer Bedeutung und wird auch von uns Grünen positiv gesehen.

Die bisherigen Ansiedlungen auf dem Lisdorfer Berg sind ein weiterer Beitrag zur Sicherung des Wohlstandes der Region. Allerdings sollte die Kreisstadt Saarlouis nicht noch mehr von industriellen Anlagen in der unmittelbaren Nachbarschaft umgeben werden. Denn zu einer modernen Stadtentwicklung gehören auch ausreichende Freiräume und Erholungsflächen.

  • Die Wohn- und Lebensqualität in ganz Saarlouis wird beeinträchtigt.
  •  Der Erhaltung der Frischluftschneise in Richtung Innenstadt kommt vor dem Hintergrund der immer deutlicheren Folgen des Klimawandels (insbesondere für Innenstadtlagen) eine herausragende Bedeutung zu (Basis: Ergebnisse des Klimagutachtens von 1991, der klimatologischen Untersuchung zur Planung der Querspange von 2000 und das Klimagutachten zum B-Plan 2011).
  • Landwirtschaftsflächen fallen weg oder werden stark reduziert.
  • Ausgleichsflächen in Saarlouis sind nicht vorhanden.
  • Erholungsflächen (z.B. Radwanderweg) fallen weg.
  • Vor dem Hintergrund des massiven Artensterbens würde erneut eine wichtige Naturfläche entfallen und diesem Problem somit weiteren Vorschub leisten.
  • Die Gefahr ist groß, dass die Grundstückswerte in den angrenzenden Stadtteilen sinken.
  • Je nachdem, welche Art von Industrie bzw. Gewerbe sich auf dem Lisdorfer Berg ansiedelt, kann es zu erheblichen Nachteilen für die Umwelt kommen. Denkbare Gefahren: Luftschadstoffe durch emittierende Betriebe; Ansiedlung von Speditionen, die viel Flächen verbrauchen, aber wenige Arbeitsplätze bereitstellen.
  • Die Schallleistungspegel sind mit den jetzigen Ansiedlungen bereits nahezu ausgeschöpft. Jede Erweiterung würde deutlich näher an die Bebauung in Neuforweiler, Lisdorf und Picard rücken, mit der Folge zusätzlicher Lärmbelastung für diese Stadtteile.
  • Erhebliche Schmutzwasserfrachten würden zusätzlich entstehen und müssten bewältigt werden. Auch hier ist mit einer zusätzlichen Belastung insbesondere für Neuforweiler zu rechnen. Die bisherige Entwässerung ist nur für die beststehende Seite realisiert. Die Umsetzung eines kompletten Entwässerungskonzeptes kostet Millionen, die die Bürgerinnen und Bürger über ihre Steuern finanzieren müssten. Zudem hätte die Erweiterung zur Folge, dass eine Druckerhöhungspumpe ins Wohngebiet „Glashet“ gebaut werden müsste.
  • Es gibt bessere Alternativen als Ansiedlungsflächen wie z.B. das ehemalige Kraftwerksgeländegelände (Gleis- und Wasseranschluss, Schneller zu realisieren) der VSE oder Konversionsflächen des ehemaligen Saar-Bergbaus.