Saarlouis darf nicht verwechselbar werden!
Die Saarlouiser Grünen haben erneut auf die Bedeutung historischer Bausubstanz für das Stadtbild, die Wohnqualität und das Flair von Saarlouis hingewiesen. Und sie lassen ihrem Anspruch auch Taten folgen.

Anlässlich eines Bauvorhabens im Innenstadtbereich, dem ein Gebäude weichen sollte, wurde zunächst ein Gutachter eingeschaltet, der zweifelsfrei das Alter und die zeitliche Klassifizierung der vorhandenen Bausubstanz bestimmen sollte. Erst dann wurde für die Bebauung grünes Licht gegeben. Gelöst ist damit aber nicht die Gesamtproblematik.
Noch immer fehlt der Stadt eine Gestaltungs- und Erhaltungssatzung, die zweifelsfrei festlegt, was dem Rat vom Oberbürgermeister vorgelegt werden muss, und die zudem erhaltenswerte Gebäude im Kernbereich schützt. Darüber hinaus sollte nach Ansicht der Grünen definiert werden, welche Kriterien angelegt werden müssen, damit sich Neubauten in die vorhandene Bausubstanz einfügen. Das bisher allein auf dem § 34 BauG basierende Einfügegebot reiche nicht aus, es berücksichtige kaum die prägende Architektur im Umfeld des Bauvorhabens. Genau dies ermöglicht es aber immer öfter, architektonisch störende Bauten von nicht immer gehobener Qualität im Kernbereich des von Gründerzeitvillen geprägten Saarlouis hochzuziehen. Der Druck auf diese Viertel wächst, seit im Zuge der demografischen Entwicklung immer mehr Menschen nach Saarlouis ziehen, wo sie zentrumsnah und schön wohnen wollen: Inmitten des historischen Ambientes und eines alten Baumbestandes und trotzdem in der Nähe von wichtigen Versorgungseinrichtungen.
Der Bau von qualitativ minderwertigen oder optisch störenden Wohnanlagen, die sich nicht im Entferntesten an der vorherrschenden Architektur orientieren, kommt jedoch dem Aufzehren des Eigenkapitals gleich. Wird hier kein Riegel vorgeschoben, dann verliert die jetzt noch begehrte Wohnlage so an Wert, dass sie verwechselbar wird. Folge: Der Grund in Saarlouis zu investieren entfällt, weil der Wohnwert und das Flair zerstört worden sind. Das alles gilt nicht nur für die Innenstadt. Auch in den Stadtteilen, bspw. im Fraulauterner Brückenviertel gibt es eine prägende Architektur aus der vorletzten Jahrhundertwende. Die Grünen wenden sich deshalb erneut an Politik und Öffentlichkeit, um dabei mitzuhelfen, eine entsprechende Satzung durchzusetzen.