Update Verunreinigungen der Dillinger Hütte

Nach einer Forderung der Stadrats-Grünen das Management der Dillinger Hütte zur nächsten Sitzung einzuladen, kam letzten Donnerstagabend der technische Vorstand Dr. Bernd Münnich zur Sitzung.

Die starke Rußbildung in der Dillinger Hütte Mitte August geht laut dem technischen Vorstand auf einen Fehler im Computersystem zurück. Der Fehler sei bei einem Update durch die Firma Siemens im Leitsystem des Hochofens vier entstanden. Danach hat der Hütten-Mitarbeiter per Computer Eisenkies zum Anfahren des Hochofens korrekt angewählt, tatsächlich aber habe die Steuerung große Mengen Anthrazitkohle freigegeben. Der Ofen sei restlos mit dieser Kohle überladen worden. 400 Kubikmeter seien schließlich eingefüllt worden. Beim Versuch, den Hochofen wieder frei zu bekommen, sei erstmals am 8. August eine schwarze Rauchsäule entstanden. Das eigentliche Rußereignis entstand aber erst am Samstag, 18. August. Man habe versucht, den Ansatz, den nicht mehr mit Gas belüfteten Riesen-Pfropfen, Größe zehn mal 2,50 Meter, im Hochofen, abzuschmelzen. Dabei ist laut Münnich „zwei bis drei Minuten lang“ starker Ruß ausgetreten.

Was im Ruß drin war, sagte Münnich trotz Fragen nicht. Das habe das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA) untersucht und den Ruß für nicht gesundheitsgefährdend befunden. Man möge beim LUA „nach Details fragen“.

Das lässt die Annahme zu, dass das Dr. Bernd Münnich das LUA-Ergebnis nicht kennt oder nicht sagen will, was im Ruß alles steckt.

Der Rat stimmte später einer Forderung der Grünen zu, in der nächsten Sitzung das LUA dazu zu befragen.

215 Schadensmeldungen gingen ab Sonntag, 19. August, bei der Hütte ein, sagte Münnich. Bis Ende Oktober könnten sie abgearbeitet sein. „Das betrifft vor allem Markisen, Solaranlagen, Autos, auch Räume wurden bereits gesäubert. Unser Tipp: Alle Geschädigten sollen Ihre Ansprüche bei der Dillinger Hütte gelten machen.

Wir bleiben für unsere Bürger an dem Thema dran und melden uns mit dem nächsten Update, nachdem wir Informationen vom Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz erhalten haben.

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